Chronik der Feuerwehr Barßel

entnommen aus: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Barßel, herausgegeben am 01. Mai 1992 Heino Weyland

Schon immer haben sich Männer und Frauen gefunden, die bereit waren, sich bei Brand- und Unglücksfällen für die Mitmenschen einzusetzen. Sicherlich waren diese Hilfen zu allererst auf die enge Familien und Nachbarschaft begrenzt und sicherlich war schon in der Steinzeit die Sippenhilfe nicht unbekannt. Bei Unglücksfällen in früheren Zeiten haben sich die sippenmitglieder gegenseitig geholfen und daraus entwickelte sich eine Nachbarschaftshilfe, die schließlich in das Dorfleben eingebunden wurde.

Aus diesem Gedanken des Helfens heraus haben sich schließlich die Pflichtfeuerwehren entwickelt. Jeder männliche Einwohner über 20 Jahre war verpflichtet, bei Ertönen der Brandglocke zur Hilfeleistung zu erscheinen. Diese Hilfsverpflichtung und Hilfsbereitschaft blieben allerdings nicht nur auf den Kreis der Männer begrenzt, denn wie überall gab es auch in Barßel in früheren Jahren schon Frauen (gerade in Barßel befanden sich die Männer auf See), die sich bei Brandfällen einfanden um die Handdruckspritze zu bedienen oder in noch früherer Zeit bereit waren, den Ledereimer von Hand zu Hand weiterzureichen.

Aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts liegen einige Nachrichten über Feuersbrünste in Barßel vor, die verheerende Auswirkungen gehabt haben müssen. So wurden im Mai 1801 von dem großen Brand 26 Häuser betroffen. Der zweite große Brand in Barßel zog 13 Häuser in Mitleidenschaft. In Strohdocken gelegte Ziegeldächer boten dabei besondere Gefahren. Auch stellten in Barßel die dicht gebauten Häuser eine besondere Gefahr dar. Einen wirksamen Schutz gegen die Ausbreitung von Bränden gab es nicht. Man mußte sikch auch in Barßel darauf beschränke, in den Häusern Ledereimer (Brandeimer), Haken an Stangen und genügend Leitern für Brandfälle zur Verfügung zu halten.

Seit 1860 wurden im Oldenburger Land die ersten Freiwilligen ins Leben gerufen. Pflichtfeuerwehren hat es allerdings in Barßel und anderswo schon viel früher gegeben. Im Jahre 1876 war der Barßeler Gemeindevorsteher Klümper vom Friesoyther Amt ersucht worden, in seinem Bezirk eine Revision der Feuerlöschgeräte durchführen zu lassen. Die einzelnen Bauernvögte hatten die Aufgabe, die Häser zu visitieren und Gefahrenquellen aufgrund schlechter baulicher Verhätnisse zu ermitteln und auch die vorgeschriebenen Brandschutzgeräte einer Revision zu unterziehen.

Der Gemeinderat hatte damals beschlossen, eine Anzahl de erforderlichen Ledereimer zunächst auf Kosten der Kommune zu beschaffen, sie zu verteilen und diese Ausgaben wieder von der Bevölkerung einzuziehen
Einige Sorgen bereitete die in jeder Zeit vorhandene alte Spritze. Das Amt Friesoythe forderte, eine Spritzenprobe durchführen zu lassen. Die Überprüfung durch einen Handwerksmeister ergab, dass eine Reparatur kaum noch zu empfehlen war.

Im Jahr 1879 wurde daher vom Gemeinderat beschlossen, eine neue Feuerspritze anzuschaffen. Im "Leerer Anzeigenblatt" vom 16.10.1879 wurde eine Annonce zum Kauf einer solchen Spritze aufgegeben.