Das Kommando der Barßer Pflichtfeuerwehr setzte sich im Jahre 1877 wie folgt zusammen: Spritzenmeister war Johann Hermann Hedemann, sein Stellvertreter Johann H. Alberding; der Rohrführer war Bernhard Kloppenburg und dessen Stellvertreter Dirk Johann Dierks. Ein Brandsignal wurde zu damaliger Zeit mit der Kirchenglocke gegeben. Ein unentschldigtes Fernbleiben vom Branddienst zog eine Ordnungsstrafe des Gemeindevorstehers nach sich.
Im Jahre 1919 wurden für die Barßer Wehr verpflichtet: Franz Schlotmann als Spritzenmeister, Burchard Schulte als sein Stellvertreter, Bernhard Lamping als Rohrfürer und Otto Elsen dessen Stellvertreter.
In der vergangenen Zeit verfügte die Gemeinde Barßel über Pflichtfeuerwehren in Barßel, Harkebrügge, Strücklingen und Idafehn, die sich 1921 in Barßel, 1924 in Idafehn, 1929 in Strücklingen und 1933 in Harkebrügge zu Freiwilligen Feuerwehren umgewandelt haben.
Am 28. Dezember 1921 fanden sich in der Gastwirtschaft des Burchard Schulte in Barßel Männer zusammen, um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Am gleichen Tag wurde an en Ortsausschuß der engeren Wegegemeinde Ort Barßel folgendes Schreiben gerichtet.
"Es ist uns bekannt geworden, daß der Ortsausschuß mit der Gemeindevertretung in Verhandlungen einzutreten beabsichtigt. nach welchen der Ortsausschuß die Übernahme der Kosten für die Anschaffung einer neuen Motorspritze auf die Gemeinde unter Vorbelastung des Ortes Barßel anstrebt. Zu diesem Vorhaben wir heute folgenden Beschluß gefaßt, der einstimmig angenommen wurde: Wir haben für den Ort Barßel eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, die die Aufgabe hat, im im Feuerlösch und Rettungswesen bei ausbrechendem Brande im Orte Barßel (Wegegemeinde) tätig zu sein. Wir geben dem Ortsausschuß zur Bermeidung von Irrtümern Veranlassung, bei weiteren Beratungen mit der Gemeindevertretung zu bedenken, daß wir die Bedienung der neuen Motorfeuerspritze bei Br&aumml;nden außer unseres statuarischen Arbeitsbereiches nicht übernehmen können. Für eine Bedienung in solchen Fällen, etwa 6 Mann würde diesen Personen billigerweise eine Entschädigung zu zahlen sein. Wir sind jedoch jederzeit bereit, bei auswärtigen
Bränden Hilfe zu leisten, behalten uns jedoch hierüber weiter Beschlüsse vor.
Der Hauptmann: Eilert Niehaus
Der Adjudant: Fritz Ebkens
Bereits im Jahre 1922 wurden Satzungen der freiwilligen Feuerwehr Barßel erlassen, die in der "Fr. Niehaus'schen Buchdruckerei" in Barßel in Taschenbuchform gedruckt wurde.
Die Beschaffung einer neuen Motorspritze war ein größerer Brand in Barßel vorausgegangen, der mit der von Hand zu bedienenden Feuerspritze bekäpft werden mußte. Über den Brand ist folgendes festgehalten worden:
AM 20. MAi 1921 nachmittags 4 Uhr 25 Minuten ertönte im orte Barßel die Brandglocke. Der Feuerherd lag mitten im Orte, von 2 Seiten in Entfernungen von 1 bzw. 2 Metern und von anderen Seiten in Entfernungen von 6 bis 10m benachbart. Der Nordwestwind trieb das Feuer in die eng sich aneinander reihenden Nachbargebäude hinein.
Innerhalb weniger Minuten brachtge die Gemeinde- Pflichtfeuerwehr Barßel das erste Wassser mit der Feuerspritze. Die Gefahr der Nachbargebäde wurde groß. Der Gemeindevorstand hatte inzwischen die Gemeindefeuerspritze Nr. 2 in Harkebrügge beordert und bat gegen 5 Uhr die Nachbargemeinden Apen und Strücklingen um Hilfe. Zu dieser Zeit brannten schon 3 Gebäude. Die Feuerwehr Barßel machte hervorragende Anstrengung, so daß sie in aller Kürze das Feuer auf 2 Gebäde beschräkt hielt.
Nach 47 Minuten traf die freiwillige Feuerwehr Apen mit de Motorspritze bei der Brandstelle ein. Nach 1 1/2 stündiger ununterbrochender Überanstrengung unserer Mannschaft und hilfsbereiten Männer und Frauen, leistete uns die freiwillige Feuerwehr Apen eine ersehnte Ablösung. Nach einigen Minuten, als die freiwillige Feuerwehr Apen auf 3 Stellen löschte, wurde die Tätigkeit der Barßer Spritze eingestellt. Die Feuerspritze Strücklingen, die inzwischen auch eingetroffen war, jedoch ohne Mannschaft, kam nicht in Tätigkeit. Gegen 7.30 Uhr war das Feuer durch die Wasssermassen der Motorspritze Apen völlig gelöscht. Zwei Gebäude sind ganz zerstört.
Bei diesem Brand hatte sich herausgestellt, dass die am 05. April 1919 erst angeschaffte Handfeuerspritze (Anschaffungspreis 3.495,50 Mark) bei größeren Bränden nicht schlagkräftig genug war. Der Einsatz der Motorfeuerspritze asu Apen mag den Gemeinderat so beeindruckt haben, dass er am 26.08.2005 unter dem Tagesordnungspunkt Beschlußfassung zu dem im Orte vielseitig geäußertem Wunsche auf Anschaffung einer Motorfeuerspritze und Gründung einer freiwilligen Feuerwehr setzte.
Die Ortsvertretung beschloß in erster Lesung die Anschaffung einer neuen Motorfeuerspritze und die Ausrüstung einer freisilligen Feuerwehr für die engere Wegegemeinde Barßel, wenn zu den gesamten Kosten der geplanten Einrichtung ein Zuschuß von mindestens 50% der staatlichen Brandkasse gezahlt wird und wegen der Restkosten vom Ort Barßel eine diesbezügliche Anleihe bei der Brandkasse gegen jährliche Verzinsung zu 3,5% angeliehen werden kann
Nachdem die Brandkasse einen Zuschuß von 50 bis 55% der Kosten zugesichert hatte, wurde das Angebot der Firma Magirus Feuerwehrgeräte Berlin zur Lieferung einer vierrädrigen Magirus- Benzin- Motorspritze für Pferdezug angenommen. Der Angebotspreis betrug einschl. der erforderlichen Ausrüstung 97.550,- Mark. Infolge der sich anbahnenden Inflation hatte die Firma diesen Preis für 14 Tage fest, darüber hinaus aber freibleibend angeboten. Bei der Bestellung der Spritze am 12.12.1921 war der Preis schon auf 125.282,50 Mark angeklettert. Erst am 02.08.1911 teilte die Firma der Gemeindevertretung mit, dass nunmehr die Lieferung anstehe, der Preis sich aber auf ca. 500.000,- Mark erhöht, man sich aber aus Kulanzgründen mit einem Preis von 219.300 Mark zufrieden geben wolle, der aber nicht einmal die Selbstkosten decke.
Anfang 1923 wurde dann die neue Spritze ausgeliefert. In Anwesenheit des Gemeinderates und der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Barßel wurde die Spritze in Empfang genommen und auch gleich eine erst Übung gestartet. Nachdem die Feuerwehrleute sich abends gerade wieder zu Hause befanden, wurde bei dem Gemeindevorsteher Fritz Burmann telefonisch Nachricht gegeben, dass bei Reil/ Bucksande ein Brand ausgebrochen sei. Mittels der Brandhörner, die bei Bernhard Heitkamp, August Mö:ller, Clemens Weyland, Hermann Ebbers und Otto Elsen stationiert waren, wurde Alarm gegeben.
Stolz eilte man mit der neuen Feuermotorspritze zur Brandstelle und musste erleben, dass trotz intensiver Bemühungen von Franz Schlotmann und Jann Duen die neue Spritze nicht anspringen wollte. Das löbliche Vorhaben dauerte schon eine ganze Weile, bis der Kraftfahrzeugmeister und Feuerwehrmann Paul Ebkens kam, um nachzusehen. Und siehe da, es befand sich aufgrund der vorhergehenden Übung kein Tropfen Benzin im Tank. Nach dem Besorgen und Auffüllen des Sprits konnte der Löschangriff vorgenommen werden. Dei Feuerwehrleute waren ganz erstaunt, dass eine solche Spritze nur mittels nötigen Brennstoff in Betrieb zu setzen sei.